Gemüsezüchtungsforschung
Christina Henatsch

Kulturpflanzenentwicklung für Gemüse mit Charakter

Schon in den 1950er Jahren begannen Demeter-Gärtner im Sinne eines geschlossenen Betriebskreislaufs, ihr eigenes Saatgut zu erzeugen. Um diese Bemühungen zu fördern, schloss sich 1984 der Initiativkreis für Gemüsesaatgut aus biologisch-dynamischem Anbau zusammen. 1994 gründete sich schließlich der Kutursaat e. V., um die Entwicklung von Gemüsesorten für den ökologischen Erwerbsanbau voranzutreiben. Der unermüdlichen Arbeit züchtender Gärtner und Gärtnerinnen unter dem Dach dieses Vereins ist es zu verdanken, dass sehr viele auslaufende alte Sorten erhalten wurden und 80 Gemüse-Neuzüchtungen beim Bundessortenamt angemeldet werden konnten.

Bei uns ist die Agraringenieurin Christina Henatsch seit 2003 als Züchtungsforscherin tätig. Die Grundlage ihrer Arbeit ist die Auswahl von Pflanzen aus einem Bestand nach Kriterien wie z. B. Wüchsigkeit, Widerstandskraft, Reifefähigkeit und Geschmack (positive Massenauslese). Darüber hinaus verfolgt sie auch weitergehende Forschungsansätze, indem sie Saatgut mit Tönen und eurythmischen Gesten behandelt oder Samenträger unter Berücksichtigung von Gestirnskonstellationen anbaut.

Züchterisch bearbeitet werden schwerpunktmäßig Kopfsalat, Möhren, Brokkoli, Porree, Rosenkohl, Kohlrabi, Zucchini und Mangold. Christina Henatsch hat bereits mehrere eigene Sorten zur Anmeldung gebracht: die Möhren Fine und Solvita, den Kopfsalat Cindy, den Mangold Rainbow, die Tomate Paula und den Gourmet-Brokkoli.

Die hier stattfindende Arbeit wird ermöglicht durch den Kultursaat e. V., der Mittel bereitstellt, durch den Allmende-Wulfsdorf e. V., der für diese Arbeit eine Halle im benachbarten Wohnprojekt zur Verfügung gestellt hat, die mit Mitteln der Mercator-Stiftung ausgebaut wurde. Das Gut Wulfsdorf stellt Flächen zur Verfügung, leistet bei der Bodenbearbeitung und Pflege Unterstützung und baut Gemüsesorten an, die sich zur Auslese eignen.