Aktuelles

Dürre-Info

Dürre

Da das vergangene Jahr sehr nass war, konnten wir im Herbst nur wenig Wintergetreide aussäen, denn viele Felder waren nicht befahrbar. Im Frühjahr mussten wir lange warten, bis die Feuchtigkeit aus dem Boden gezogen war. Deshalb konnten wir erst verhältnismäßig spät – ab dem 10. April – mit der Frühjahrsbestellung beginnen.
Die Anfang April einsetzende Trockenheit war dafür optimal. Die Böden trockneten schnell ab und erwärmten sich. Die Saaten keimten zügig und entwickelten sich zu überdurchschnittlichen Beständen.
Auch das Beikraut konnte durch Striegeln gut in Schach gehalten werden.
Ab Mitte Mai wurde es dann für die ersten Kulturen schon zu trocken. Der erste Silageschnitt brachte nur 75 % des sonst üblichen, da es dem Kleegras zum Schluss an Wasser mangelte.

Wir hatten zeitig angefangen zu beregnen, vor allem die Kartoffeln und das Gemüse. Von den Getreideflächen konnten wir nur ca. 1/3 der Felder mit Wasser versorgen.

Ab Juni gab es auf vielen Getreideschlägen deutliche Trockenschäden. Auf einem Schlag mit einem Gemenge aus Gerste und Erbsen vertrockneten die Erbsen und verschwanden oder bildeten nur ein bis zwei Hülsen aus, statt zehn Hülsen und mehr.
Unser Futtermais freute sich lange über die Wärme. Seit Mitte Juli traten auch hier die ersten Trockenschäden auf.

Die Getreideernte begann ca. zwei Wochen früher als normal. Die Bestände sahen schon länger druschreif aus. Dennoch dauerte es seine Zeit, bis die Körner trocken genug waren. Dies ist ein Phänomen bei Notreife. Das Stroh, der Halm ist schon lange dürr, das Korn hält die Restfeuchte fest. Ein paar Regentage hätten die Reife beschleunigt.
Die Erntemenge lag in der Summe bei ca. 60 % des üblichen.
Wir bauen verhältnismäßig viel Sommergetreide an. Wintergetreide hat einen Entwicklungsvorsprung von drei bis vier Wochen und fällt deshalb in Dürrejahren ertraglich nicht ganz so ab.

Die Erntemenge bei den Kartoffeln wird dank Beregnung vergleichsweise gut ausfallen.

Im Gemüseanbau ist die Situation durchwachsen. Während dieser Sommer für einige wärmeliebende Kulturen wie Kürbis, Porree oder Zuckermais bei ausreichender Wassergabe günstig ist, sind andere entweder in frühen Stadien vertrocknet, bzw. keimten gar nicht (Rote Bete) oder sie sind später regelrecht verbrannt (Blumenkohl). So wuchs phasenweise der Salat kaum, etwas später wurden dann mehrere Sätze auf einmal erntereif. Auch die Spargelernte blieb von der Situation nicht verschont. Temperaturen über 35 °C im Gewächshaus sind für Tomaten oder Gurken nicht mehr zuträglich. Insgesamt treten mehr Schädlinge auf als normalerweise, betroffen ist im Freiland v.a. der Kohl und im Gewächshaus die Gurken. Die Saison ist bei allen Kulturen extrem arbeitsintensiv. Phasenweise haben wir die Arbeitszeiten in die frühen Morgenstunden verlegen müssen, um überhaupt unter erträglichen Bedingungen zu ernten.

Die umfangreiche Beregnung möglichst vieler Flächen erfordert einen erheblichen Personal- und Energieeinsatz und ist eine logistische Herausforderung für unser Team.

Bedenklich ist die Dürresituation für die Rinderhaltung.
Das Grünland ist verbrannt, es wächst nichts mehr. Das Gras wird, selbst wenn es kurzfristig viel Regen gibt, auf vielen Flächen nicht überall wieder austreiben, so dass Neuaussaaten erforderlich werden.
Für den Winter haben wir erst ca. 40 % des erforderlichen Futters bergen können, anstatt der zu dieser Zeit üblichen 70 %. Davon müssen wir schon jetzt täglich viel verfüttern, weil alle Weiden leergefressen und verbrannt sind.
Auf den abgeernteten Ackerflächen haben wir Kleegras und Zwischenfrüchte ausgesät und hoffen, dass diese bald Regen bekommen und keimen können. Dann würde es Anfang Oktober nochmal eine gute Menge Futter geben. Im besten Fall werden wir zum Ende der Saison 75 – 80 % des erforderlichen Winterfutters zur Verfügung haben.

Rinder jetzt schlachten zu lassen ist wenig sinnvoll, da diese nicht ausgemästet sind und der Preis ohnehin wegen des Überangebotes stark gefallen ist.

Für den Winter gibt es nur 30 % des benötigten Strohs.

Fragen, Anregungen, Kommentare?

Liebe Kunden,

Ihre Fragen, Anregungen und eigenen Beobachtungen zu diesem Thema können Sie uns unter dem Stichwort "Dürre" über unser Kontaktformular mitteilen.

Zurück

Close Window