Kundeninformation zum Kartoffelanbau

Im letzten Newsletter habe ich über die diesjährigen Wetterextreme und deren Auswirkungen auf die verschiedenen Kulturen berichtet. Den Kartoffelanbau hatte ich dabei bewusst unberücksichtigt gelassen. Es war noch unklar, in welchem Ausmaß es zu Problemen in der Lagerung kommen würde.

Das nasse und kalte Frühjahr hatte zur Folge, dass wir mit dem Kartoffelpflanzen gut zwei Wochen später dran waren als üblich. Wir keimen alle Kartoffeln vor, damit sie nach der Pflanzung gleich loslegen können. Eine verspätete Pflanzung, wie in diesem Jahr, hat zur Folge, dass die gebildeten Keime schon zu weit entwickelt sind und dann leichter abbrechen können. Ein etwas ungleiches Wachstum des Kartoffelbestandes war deshalb die Folge.

Nach der Pflanzung wurde es trocken und recht heiß, was erstmal gut ist. Das Häufeln und Striegeln gegen die Beikräuter ist dann sehr wirksam und mit relativ wenig Aufwand gelingt es beikrautfreie Kartoffelbestände zu etablieren.
Mit zunehmender Hitze und weiter ausbleibendem Regen fehlte dann das Wasser. Wir haben zwar beregnet, aber teilweise zu spät. Bei solch extremen Wetter hat die Bewässerung des Gemüses Vorrang und die Kartoffeln hatten es zeitweise zu trocken. Die Folge war auf einem Feld der Befall mit Drahtwürmern. Dies sind Larven eines Laufkäfers, die sich bei uns recht wohl fühlen und bei ausgetrockneten Böden ihren Wasserbedarf decken, indem sie Löcher in die Kartoffelknollen bohren.

Ab Mitte Juni kam es bei uns, wie bei fast allen Kartoffelbauern, zu einem starken Befall von Kartoffelkäfern, wie wir dies zuvor noch nicht erlebt haben. Vor 30 Jahren hatten wir zusammen mit drei weiteren Betrieben eine Maschine angeschafft, die das Kartoffelkraut durchbläst und die gefräßigen Raupen und Käfer in einer Art Schale auffängt. Dies Gerät kam, nachdem es 20 Jahre nur rumgestanden hat, wieder zum Einsatz. So konnte durch mehrmaliges Durchfahren ein großer Schaden abgewendet werden.

Ab Ende Juni setzte dann Regenwetter ein. Es regnete fast täglich. In Folge kam es ab 20. Juli zunehmend zu einem Befall mit Krautfäule. Wir spritzen nicht mit Kupfer, bisher wollten wir das grundsätzlich auch nicht. Ende August haben wir die Kartoffeln dann geerntet. Vergleichsweise früh, vor allem weil es einigen Befall mit Knollenfäule gab. In anderen Jahren war dies meist die richtige Entscheidung, da die Kartoffeln bei guter Lüftung dann doch keine Probleme in der Lagerung bereitet haben und durch die frühe Ernte weitere Schäden durch Drahtwürmer vermieden wurden. Zudem konnten die abgeernteten Felder so noch mit Zwischenfrüchten zur Gründüngung bestellt werden.

Die Lagerung der Kartoffeln war dann unerwartet schwierig. Der September wurde nochmals derart warm, wir hatten noch einmal viele Hochsommertage mit bis zu 28°C, so dass es bei unserer Lagertechnik nicht möglich war, die eingelagerten Kartoffeln runter zu kühlen und durch Lüftung die vorhandenen (ca. 1-2%) nassfaulen Knollen zum Austrocknen zu bringen. Stattdessen kam es sortenabhängig, vor allem bei Allianz und Gunda, teilweise auch bei Laura, zu einer Ausbreitung von vormals nicht betroffenen Knollen.    
Die Folge ist, dass nun leider ca. 50% der eingelagerten Kartoffeln auf dem Kompost gelandet sind.

Wir haben noch nie eine solch starke Knollenfäule auf dem Acker erlebt. Mit dem Problem haben viele Betriebe dieses Jahr zu kämpfen. Einige haben ihre Kartoffeln erst ab Mitte Oktober geerntet. Sie haben darauf gewartet, dass befallene Knollen noch in der Erde ganz verfaulen. Auch das ist riskant, da mit abnehmenden Temperaturen und entsprechendem Niederschlag die Siebfähigkeit der Böden irgendwann nicht mehr gegeben ist.

Wir hatten uns für eine frühe Ernte entschieden. Im Nachhinein ein Fehler, der uns teuer zu stehen kommt.

Wir betreiben einen hohen Aufwand für die Sortierung der Kartoffeln. Dennoch kann auch mal eine Knolle im Sack landen, die hätte aussortiert werden sollen.
Dafür bitten wir um Verständnis und sind gerne bereit gegebenenfalls für Ersatz zu sorgen.

Geschmacklich sind unsere Kartoffeln auch in diesem Jahr sehr gut.

Es grüßt

Georg Lutz

 

 

 

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