Biodiversität fördern
Blühstreifen

Gemeinsam Biodiversität fördern

Lausche mein Herz auf das Flüstern der Welt, mit dem sie um Deine Liebe wirbt …
Tagore

Wir engagieren uns mit vielen Maßnahmen für mehr Biodiversität. Dazu gehört die Anlage von Blühflächen, die Pflege von Feuchtbiotopen, spätes Mähen von Wiesen, Stehenlassen von Kleegras-Streifen beim Mähen und einiges mehr (mehr lesen siehe unten). Durch unsere Teilnahme am Programm "Landwirtschaft für Artenvielfalt", sichern wir die Qualität unserer Maßnahmen.

Im Jahr 2021 haben wir auf einer Fläche von über 50 ha Biodiversitätsmaßnahmen im Wert von rund 34.000,- € durchgeführt. Dies war möglich durch die umfangreiche Unterstützung von Kunden, Freunden und Wirtschaftsbetrieben aus unserem Umfeld.

  • Über 15.000,- € wurden für die Anlage von Blühstreifen an unseren Förderverein „Initiativkreis Gut Wulfsdorf gespendet.
  • Rund 4.000,- € wurden dem Gut direkt für Biodiversitätsmaßnahmen zugewendet.
  • 6.140,23 € wurden von September 2020 bis März 2022 über die Karte für Artenvielfalt von Kunden anstelle eines persönlichen Rabatts zugewendet.

Wir danken allen sehr herzlich für die Zuwendungen!

Wir freuen uns über die Kooperation mit 4peoplewhocare, die mit jedem verkauften Produkt direkt die Anlage von Blühflächen fördern.
Zu den festen Förderern der Maßnahmen gehören auch die Holzofenbäckerei Gut Wulfsdorf und die Metzgerei Dreymann, unsere Partnerbetriebe auf dem Hof.
Die Caligo-Kaffeerösterei aus Ahrensburg unterstützt uns ebenfalls bei der Umsetzung von Biodiversitätsprojekten.

Unsere Biodiversitätsmaßnahmen 2022

Hier finden Sie die für das Jahr 2022 geplanten Maßnahmen im Detail:

Anlage von Blühflächen

8 ha Fläche in 2022, davon 0,3 ha überwinternd

Es werden einjährige und mehrjährige Blühmischungen eingesetzt, die als Bienen- und Hummelweide attraktiv sind und auch spezifische Nahrungspflanzen für weitere Insektenarten enthalten. Die Mischungen sind so zusammengesetzt, dass sie früh- und spätblühende Arten enthalten und so eine Kontinuität des Nektarangebots sicherstellen.

Wirkung

  • Nektar- und Pollenangebot für Honigbienen, Wildbienen, Hummeln und andere Insekten
  • Samen sind Nahrungsquelle für Feldvögel
  • Rückzugs- und Nahrungsraum für Feldhasen, Feldvögel und Mauswiesel
  • Blühstreifen bilden Korridore für die Vernetzung von Knicks und Biotopen und Übergangsbereiche am Fuß von Knicks.
  • Förderung von „Nützlingen“ wie z. B. Schwebfliegen, parasitoide Wespen, Laufkäfer, Spinnen etc.

Zielarten:

  • Feldvögel
  • Feldhasen
  • Insekten
  • Mauswiesel
Kleegrasstreifen bei der Mahd stehenlassen als Rückzugsstreifen für Insekten und Wildtiere

3 ha Fläche in 2022


Kleegras ist ein wichtiges Futter für unsere Rinder und auch ein Eldorado für Bienen und Hummeln, sowie Deckung für Hasen und Rehkitze. Beim Mähen werden die Kitze vorher hinausgetrieben. Da die Insekten nicht hinausgescheucht werden können, ist es wichtig, dass ihr Lebensraum und ihre Futtergrundlage teilweise erhalten wird, damit sich der Bestand regenerieren kann.

Mitten auf dem Acker lassen wir Streifen von mindestens 6 m Breite stehen. So können auch gezielt Nester von Bodenbrütern geschont werden.

Am Feldsaum bleiben bei der ersten Mahd 1 m breite Streifen stehen, bei der zweiten Mahd 2 m und bei der dritten Mahd 3 m. So entsteht ein abgestufter Rand mit Pflanzen verschiedenen Alters, die für die Wildtiere Blüten, Samen und Deckung bereitstellen.

Zielarten:

  • Bienen
  • Hummeln
  • Heuschrecken
  • Tagfalter
  • Schwebfliegen
  • Feldhasen
  • Amphibien
Spätmahd von Wiesen

18,6 Fläche in 2022, davon:

  • 16,3 ha Naturschutzflächen mit Spätmahd ab Juli
  • 2,3 ha Spätmahd Mitte August

Unsere extensiven Wiesen, von denen viele an feuchten Standorten in Naturschutzgebieten liegen, sind Lebensraum für zahlreiche Insekten-, Vögel und auch Amphibienarten. Längere Ruhezeiten schonen die Populationen der Wildtiere und eine späte Mahd ist entscheidend für den Bruterfolg der Bodenbrüter

Zielarten:

  • Feldlerche
  • Goldammer
  • Wiesenpieper
  • Wachtelkönig
  • Moorfrosch
  • Kammmolch
  • Teichmolch
  • Sumpfschrecke
  • Blauflügelige Prachtlibelle
  • Wollgras
  • Wiesenschaumkraut
  • Großer Klappertopf
  • Kohldistel
Anbau extensiver Getreidesorten

210.000 m² Fläche in 2022

In diesem Jahr bauen wir als Extensivsorte hauptsächlich Lichtkornroggen an. Dieser ist eine biodynamische Züchtung. Dieser Roggen hat sehr langes Stroh und schmeckt besonders mild. Er hat eine positive Wirkung auf die Biodiversität, weil er die genetische Vielfalt erhöht und die teilweise besonders langen Halme zu einer abwechslungsreichen Struktur auf dem Ackerland beitragen und Sitzwarten für Vögel bieten. Allgemein ist der biologische Anbau von Getreide auf unseren armen Sandböden extensiv. Es bleiben viele lichte Stellen, die den Aufwuchs von Wildpflanzen im Bestand ermöglichen und so Nahrung für Wildtiere bieten.

Zielarten:

  • Ackerwildkräuter
  • Feldhase
  • Feldvögel
  • Laufkäfer
teilweise Stoppelbearbeitung erst nach dem 10. September

Fläche 2022: 5.000 m²

Einen Teil der abgemähten Getreidefläche lassen wir nach der Ernte unbearbeitet, damit seltene Ackerwildkräuter die Samenbildung abschließen können. Erst nach dem 10. September pflügen wir diese Flächen.

Zielarten:

  • Ackerwildkräuter
Getreide als Winterfutter stehenlassen

Fläche 2022: 0,5 ha

Ein Teil des Getreides wird nicht gedroschen, sondern bleibt stehen. So bietet es Deckung für Kleinsäuger, Amphibien und Feldvögel. Spätsamende Ackerwildkräuter können zur Samenreife gelangen. Diese Fläche dient als Futterquelle für samenfressende Feldvögel und Kleinsäuger.

Zielarten:

  • Leinkraut
  • Acker-Löwenmaul
  • Feld-Rittersporn

  • Girlitz
  • Grünfink
  • Goldammer
  • Feldsperling
Lesestein- und Totholzhaufen anlegen

Lesesteinhaufen:
Neuanlage von 4 Stück in 2022

Unsere eiszeitlichen Böden enthalten sehr viele Steine, die immer wieder nachwachsen, also durch die Einwirkung von Frost an die Oberfläche kommen. Diese Steine werden von den Feldern abgesammelt, beim Kartoffelroden ausgelesen und für empfindliche Kulturen werden die Äcker auch maschinell entsteint. Mit diesen Feldsteinen legen wir gezielt Haufen an sonnigen Plätzen an.

So werden Unterschlupfe und Überwinterungsmöglichkeiten für Eidechsen, Kröten und diverse Insektenarten geschaffen.

Zielarten:

  • Zauneidechse
  • Erdbiene
  • Steinhummel
  • Mauswiesel
  • Molche
  • Igel
  • Mauerpfeffer
  • Nachtkerzen
  • Flechten

 

Totholzhaufen:
Neuanlage von 6 Stück in 2022

Haufen mit Gestrüpp und nach Möglichkeit auch stärkerem Holz werden sowohl an schattigen als auch an sonnigen Plätzen angelegt. Diese bieten Verstecke, Winterquartiere und auch Material zum Bau von Nestern (z.B. für Wespen)

Zielarten:

  • Igel
  • Kröten
  • Blindschleichen
  • Wespen
  • Florfliegen
  • Zitronenfalter
Obstbäume alter Sorten pflanzen

Hochstämmige Obstbaumreihe mit 70 Bäumen

In Bearbeitungsrichtung werden Obstbaumreihen mit alten Sorten angelegt. Die Obstbäume werden als Hochstämme mit einem Abstand von 10 m in der Reihe gepflanzt. In den Zwischenräumen werden a) Wildstaudenstreifen, b) Obsthecken, z. B. Primitivpflaumen, c) Holunder gesetzt.

Ziele:

Erhaltung alter Obstarten zur Förderung der Biodiversität und zum Erhalt der genetischen Vielfalt.

Schaffung eines artenreichen Lebensraumes für Vögel, Insekten und kleine Säugetiere. Die Bäume werden vom Steinkauz und Grünspecht als Brutbäume genutzt. Kleinsäuger wie Haselmaus und Igel nutzen das Obstangebot und Höhlen. Für Honigbienen, Wildbienen und Hummeln gibt es reichlich Nektar, einige Schmetterlinge, wie Admiral und C-Falter saugen an Früchten. Fledermäuse nutzen Baumreihen als Leitlinien und Baumhöhlen als Unterschlupf.

Zielarten:

  • Vögel
  • Insekten
  • Fledermäuse
  • Kleinsäuger
Baumreihe pflanzen als Agroforst

Naturverträgliche Kurzumtriebsplantage, Reihenpflanzung

Anlage 2022: ca. 3.000 m² (600 m Länge)

Kurzumtriebsplantagen (KUP) sind Pflanzungen schnellwachsender Hölzer. Verwendet werden hauptsächlich Pappel oder Weide. Es werden mehrere Reihen in 2 m Abstand angelegt. Die Wachstumsdauer der Gehölze ist 3 – 5 Jahre. In dieser Zeit entwickeln die Gehölze viel Biomasse. Sie werden dann mit dem Häcksler geerntet. Auf dem Gut Wulfsdorf sollen die gewonnenen Holzhackschnitzel als Brennholz für die Nahwärmeanlage des Betriebes eingesetzt werden. Zur ökologischen Aufwertung wird eine Reihe mit einheimischen Gehölzen wie Birke, Hasel, Eberesche, Hainbuche, Bergahorn angelegt. Diese sind in der Biomasse-Leistung unterlegen, bieten aber bessere Habitate für Feldvögel. Zusätzlich wird die Pflanzung beidseitig von mehrjährigen Blühstreifen gesäumt.

Ziele:

  • Gewinnung von CO2-neutralen Brennstoffen
  • Reduktion der Windgeschwindigkeit und Austrocknung auf den angrenzenden Ackerflächen
  • Brutplätze für Feldvögel
  • Erhöhung der Biodiversität durch die Blühstreifen
  • Leitlinien für Fledermäuse

Hauptzielarten:

  • Feldvögel wie Drosseln, Finken, Ammern
  • Hasen
  • Laufkäfer
  • Fledermäuse
Planungsarbeiten für die abschnittsweise Renaturierung bestehender Tümpel

Planungsarbeit läuft

Feuchtbiotope und Kleingewässer auf den vom Gut Wulfsdorf bewirtschafteten Flächen: 31

Davon Kleingewässer mit Renaturierungsbedarf: 4

Feuchtbiotope und Tümpel erfüllen in der Landschaft sehr wertvolle Funktionen. Sie sind Laichgewässer für Amphibien und Lebensräume für Libellenarten und andere Insekten, Rastplätze für Enten und andere Wasservögel. Feuchtigkeitsliebende Wildpflanzenarten wie Sumpfdotterblume, Iris und Rohrkolben können sich hier entwickeln.

Im Laufe der Zeit verändern sich die Kleingewässer, viele haben die Tendenz zu verlanden: Es siedeln sich Bäume an der Uferzone an, z. B. feuchtigkeitsliebende Erlen. Diese beschatten die Wasserfläche und werfen im Herbst ihr Laub ab. So verändert das Gewässer seinen Charakter und die Verlandung beginnt. Diese wird durch den Klimawandel begünstigt. Bei einer Renaturierung wird behutsam ausgebaggert oder abgegraben und die Bäume werden zurückgeschnitten und teilweise entfernt.

Zielarten:

  • Moorfrosch
  • Grasfrosch Erdkröte
  • Teichmolch
  • Sumpfschrecke
  • Blauflügelige Prachtlibelle
  • Sumpfdotterblume
  • Wasseriris (Iris pseudocorus)
  • Rohrkolben (Thypha)

So geht es weiter

Wir haben für 2022 umfangreiche Maßnahmen geplant. Zusätzlich zu den bisherigen haben wir uns noch die ökologische Aufwertung von Knicks und den nachhaltigen Waldumbau eines borkenkäferbefallenen Waldstücks vorgenommen. Wir freuen uns, wenn Sie wieder dabei sind und uns helfen, die Biodiversität zu fördern!

Mit einer Überweisung unter dem Stichwort „Biodiversität 2022“ auf dieses Konto können Sie sich an den Maßnahmen beteiligen:

   DE66 4306 0967 0026 5818 01
   Kontoinhaber: Georg Lutz

Wenn Sie die Zuwendung von der Steuer absetzen möchten, können Sie mit dem Stichwort "Biodiversität" an den Initiativkreis Gut Wulfsdorf e.V. spenden (bei Beträgen über 300,- € stellen wir eine Spendenquittung aus, bei geringeren Beträgen reicht der Kontoauszug zusammen mit dem Vordruck vereinfachter Spendennachweis):

   DE17 2005 0550 1217 1533 01 
   Kontoinhaber: Initiativkreis Gut Wulfsdorf e.V.

Für 10 € können z.B. 25 m² Blühfläche angelegt werden. Wir werden den gleichen Betrag drauflegen und je 10 € eine Blühfläche von 50 m² anlegen. Sofern wir Zuwendungen und Spenden erhalten, die über den Betrag hinausgehen, den wir für die Blühflächen benötigen, fließen diese in die übrigen Maßnahmen.

Außerdem können Sie uns weiterhin ganz einfach bei Ihrem Einkauf im Hofladen unterstützen. Mit unserer "Karte für Artenvielfalt" fließen 2 % des Einkaufswerts in die Projekte zur Förderung der Biodiversität.